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Ein Gläschen Yarden-Wein auf den israelischen Golan

24. Mai 2006 – Lesung von Karl Selent

Häresie in Zeiten der Heiligen Al Aksa Intifada ist, was der Autor in diesem Buch präsentiert. Er kauft bei Juden auf dem israelischen Golan und verteidigt die Siedler von Hebron. Selent weiß von PLO-Bomben gegen Antizionisten und verrät die exakte (!) Zahl der Jungfrauen, die den palästinensischen Märtyrer im Paradies erwarten.

Vom Massaker in Sabra und Shatila will er nichts hören – berichtet jedoch über das zweite, das vergessene Massaker in den beiden Flüchtlingslagern, bei dem »wahrscheinlich noch mehr palästinensische Zivilisten als beim ersten Sabra-Shatila-Massaker ermordet wurden«. (Udo Steinbach: Der Nahe und Mittlere Osten. Opladen 1988 S.675).

Für die historischen arabischen Friedensbanditen Palästinas findet er adäquate Worte, den Kosovo-Palästinensern dagegen würde er gerne mal Arkan den Tiger zeigen. Er hat über den ersten Toten im virtuellen Cyber-Jihad zu berichten und bietet dem Leser – aus sicherer Entfernung – einen Blick ins Lager des »Humanitären Interventionismus«, wo propalästinensische Fraktionen der radikalen Linken als Protagonisten einer deutsch-europäischen »Friedenstruppe« für Nahost sich betätigen.

Daher gibt es über linksradikale Walserisierung und Finkelsteinerei zu berichten, aber dies nicht allein in der propalästinensischen radikalen Linken, sondern auch beim Lieblingskind der deutschen Medien, der israelischen Friedensbewegung.

Wider den Geschichtsrevisionismus verteidigt der Autor die Erkenntnis, daß der Nahostkonflikt nur im Zusammenhang mit dem Antisemitismus und dem Holocaust zu verstehen ist. Er beschreibt die Verbindungen der frühen arabischen Nationalbewegung Palästinas zum Dritten Reich. Schon den Aufstand von 1936 bis '39 betrieb die Bewegung mit italienischen Waffen und deutschem Geld. Die Verstrickung ihres Führers, des Muftis von Jerusalem, in den Holocaust ist bekannt. Selent aber weiß von weiteren, kaum oder gar nicht bekannten palästinensischen Nazi-Kollaborateuren. Er verweist auf die palästinensische Bodentruppe der deutschen Luftwaffe im Irak von 1941 und outet den ersten militärischen Ausbilder des Yasser Arafat: einen Wehrmachtsoffizier. Wer hat die Fatah gegründet? Langjährig zuverlässige Parteigänger des Muftis von Jerusalem. Wer formierte PFLP und DFLP, den vorgeblich »marxistischen« Flügel der PLO? Die Brut, die in den fünfziger Jahren zu den arabischen Freunden des Dritten Reichs aufgeblickt hatte.

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