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No German Liedgut

13. Mai 2006 – Infoveranstaltung mit Leuten der »I can't relax in Deutschland« Kampagne

Info- und Diskussionsveranstaltung mit Marvin Alster – Vertreter der »I can't relax in Deutschland« Kampagne

»So schnell kriegt man uns nicht klein. Keine Zeit zum Bitter sein / Wir sind Wir / Aufgeteilt, besiegt und doch schließlich gibt es uns ja immer noch«

Peter Heppner und Paul van Dyk

Für lange Zeit unvereinbar, haben Popkultur und Deutsch-Nationalismus zueinander gefunden. Sei es das als Tabubruch inszenierte sexy Liebeslied an das neue Deutschland, als schwärmerisches »German Liedgut«, als quotengestütztes Bekenntnis zum Standort Deutschland oder als vermeintliche Verpflichtungen gegenüber den Traditionen heimischer Kultur – die aufgeführten Phänomene belegen eine Normalisierung der deutschen Nation.

Kampagnen wie »Musiker in eigener Sache« fordern ein Ende für »langweiliges Einheitsgedudel aus amerikanischen Landen«, die Mitglieder der Elektro-Punkband Mia betreten in Schwarz-Rot-Gold gehüllt »neues deutsches Land« und Peter Heppner und Paul van Dyk gehen dabei erst gar nicht den Umweg, ein neues, »besseres« Deutschland repräsentieren zu wollen. Ihr »So schnell geben wir doch jetzt nicht auf« kann ohne weiteres als Drohung verstanden werden.

Neu an dieser Entwicklung ist, dass wie im Falle von »Wir sind Wir« völkischer Nationalismus im Loveparade-Format zum Chartbreaker wird und eine deutliche Kritik daran nicht mehr zu vernehmen ist.

Eine solche wollen wir mit dieser Veranstaltung formulieren und hoffen damit der popkulturellen Deutschtümelei wenigstens ein bisschen in die Suppe spucken zu können.

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