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TexTour

30. April 2006 – Text tourte auch im Mundschenk

Der 1. Literaturmarathon wurde von der Kulturwerkstatt, dem Literaturarchiv und Uli Radl veranstaltet. Lesungen an ungewöhnlichen Orten über die ganze Stadt verteilt. Vor Ort wurden Texte gelesen, dargestellt und musikalisch umgesetzt, die zu den jeweiligen Plätzen passen. 14 Stationen gab es z.B. das Lochgefängnis im Rathaus, ein Seziersaal im Krankenhaus, ein Schlachthaus, ein Sudhaus, ein Nachtclub, ein Kino-Saal, ein Gewächshaus, ein Hotelzimmer und eben auch die Räumlichkeiten des Jugendclub Bureau.

Auf dem Programm standen Textpassagen aus zwei verschiedenen Büchern. Zum einen »Gaza Blues« von Etgar Keret, und zum anderen Jörg Sundermeiers’ »Der letzte linke Student«.

Jörg Sundermeier: Der letzte linke Student.
Alibri Verlag
März 2004 - kartoniert - 155 Seiten
ISBN: 3932710851

Der letzte linke Student ist ein naiver Linker, der sich für einen Analytiker hält, jedoch durch seinen unbändigen Aktivismus und seine immense Eitelkeit immer zu falschen Schlüssen und zur Selbstglorifizierung verleitet wird. In seinem Denken und Handeln werden Kurzschlüsse und Fehlleistungen der Linken mit viel Ironie vor Augen geführt und reflektiert.

Die Texte vermitteln keine Botschaft, sondern fordern von den LeserInnen eine eigene Analyse und ein eigenes Urteil. Insofern bietet das Buch Aufklärung im besten Sinne, weil es Denkfehler aufspürt und zum Entschlüsseln dieser anregt (und dabei noch unterhält).
Die Kolumne »Der letzte linke Student« erscheint monatlich in Jungle World.

Etgar Keret: Gaza Blues.
›Sammlung Luchterhan‹'.
Mit Frontispiz.
Übersetzt von Barbara Linner.
Luchterhand Literaturvlg.
März 2002 - kartoniert - 187 Seiten
ISBN: 3630620256

Etgar Keret erzählt mit Witz und Aberwitz Geschichten aus der Großstadt, von Trinkern und Boxern, Nachtschwärmern und Religiösen, Spionen und der Schule der Zauberer. Er erzählt knapp, schnell, mit immer unerwarteten Wendungen und Schlüssen. »Gaza Blues« wurde in Israel nicht umsonst zum Kultbuch.

Denn es gibt Menschen, die in diesem Land leben und gern leben. Und die Geschichten erzählen können von den ganz normalen Leuten dort, die mit Politik nichts oder nur wenig am Hut haben, die genug damit zu tun haben, mit ihren eigenen Schwierigkeiten fertig zu werden. Und dass es dabei häufig genau so abstrus zugeht wie in jedem anderen Land auch.

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