Archiv

Kritik der politischen Ökonomie und Israelsolidarität

12. März 2006 – Veranstaltung mit Stephan Grigat

Nimmt man Georg Lukács' Äußerung ernst, daß es »kein Problem dieser Entwicklungsstufe der Menschheit gibt, dessen Lösung nicht in der Lösung des Rätsels der Warenstruktur gesucht werden müßte« so versteht es sich von selbst, daß auch der Haß auf Israel in Beziehung zur Wertvergesellschaftung und dem ihr eigenen Fetischismus gesetzt werden muß.

Es soll gezeigt werden, warum, wer sich mit der Formel x Ware A = y Ware B, die am Beginn der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie steht, nicht nur irgendwie beschäftigen, sondern sie in all ihren Konsequenzen kritisieren möchte, sich mit der bewaffneten Selbstverteidigung des Staates der Shoahüberlebenden solidarisch zeigen muß.

Die den Verwertungsimperativen des Kapitals und den Herrschaftsimperativen des Staates gehorchende Gesellschaft bringt den Antisemitismus als wahnhaften Versuch der Konkretisierung des Abstrakten immer wieder hervor. Der israelische Staat ist die Reaktion auf diesen Antisemitismus – die Solidarisierung mit diesem Staat schon daher für jeden Kritiker des kapitalbedingten Verhängnisses zwingend.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien und Forschungsstipendiat in Tel Aviv, gehört zu der Gruppierung »Café Critique« (www.cafecritique.priv.at) und schreibt u. a. für »Konkret« und »Jungle World«.

Herausgeber von

»Transformation des Postnazismus. Der deutsch-österreichische Weg zum demokratischen FaschismusG (ça ira 2003)

»Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus« (erscheint Anfang 2006 im ça ira-Verlag)

Mitherausgeber von

»Spektakel – Kunst – Gesellschaft. Guy Debord und die Situationistische Internationale« (Verbrecher-Verlag 2006)

‹‹‹ zurück zum Archiv