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Antisemitismus ist Normalität

27. November 2002 – Donnerstag Podiumsdiskussion mit Gabriele Brenner in der »Hängematte«

Sulzbach-Rosenberg. (srz) »Antisemitismus - deutsche Normalität« lautet das Thema einer von der Europäischen Union geförderten Diskussionsveranstaltung, zu der die Gruppe »arasu« (Jugend gegen Rassismus Sulzbach-Rosenberg) am Donnerstag, 28. November, um 19.30 Uhr ins Jugendzentrum Hängematte Sulzbach-Rosenberg einlädt. Neben einem Politikwissenschaftler und einem Journalisten diskutiert auf dem Podium auch die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Weiden, Gabriele Brenner.

Sulzbach-Rosenberg. (srz) Im Jahr 2002 ist in der Bundesrepublik so ausgiebig wie vielleicht noch nie seit Bestehen dieses Staates über Antisemitismus geredet worden. Möllemanns 18 %-Kampagne für die FDP, der neue Roman von Martin Walser, die zentrale Rolle, die Israels Verteidigungsbemühungen gegen seine Feinde in den hiesigen Medien eingenommen haben: Die Debatten um all diese Vorgänge kreisten auch zentral um das Thema Antisemitismus in Deutschland.

Einer neuen Umfrage der Universität Leipzig zufolge haben etwa 30 % der Bundesbürger eine antisemitische Grundhaltung, Tendenz steigend. Antisemitismus, deutsche Normalität – auch 57 Jahre nach der von den Deutschen betriebenen Vernichtung der europäischen Juden.

Mit der Diskussionsveranstaltung in der Hängematte soll gezeigt werden, wie sich dieser alltägliche Antisemitismus äußert. Es soll versucht werden, die Kontinuität von Antisemitismus in Deutschland zu erklären. Es soll aber auch notwendigerweise darum gehen, was Antisemitismus ist, woher er kommt, wonach er drängt. Und letztlich soll überlegt werden, wie gegen Antisemitismus vorzugehen ist.

Drei Referenten werden bei dieser Veranstaltung sprechen und diskutieren: Gabriele Brenner, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Weiden, Stefan Wirner, in Weiden aufgewachsen und seit mehr als zehn Jahren als Journalist in Berlin, Lars Rensmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent für Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin sowie Autor des Buches »Kritische Theorie über den Antisemitismus«.

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